Archivieren von Kleidungsstücken, erste Hilfen und Hinweise

Konservatorischer Umgang mit Textilien

Ideale Bedingungen:

  • Textilrestauratoren um Rat fragen
  • Handschuhe aus Baumwolle oder evtl. Latex tragen, Schmuck ablegen
  • auf Befall, Schäden und Verschmutzung untersuchen, gegebenenfalls sofort in Quarantäne
  • 16-22°C, 45-55 % relative Luftfeuchtigkeit, 50 Lux
  • regelmäßiges Putzen
  • Neuzugänge genau auf Schädlingsbefall prüfen, bei Verdacht zunächst isolieren, eventuell einfrieren (Vorsicht!), vorsichtig mit weichen Bürsten (Ziegenhaar) reinigen
  • sachgerechte Verpackung: Seidenpapier, Karton, Depotordnung
  • sachgerechte Präsentation: schonende Aufhängung (Polster, stützende Auflageflächen), Figurinen und Büsten aus unbedenklichem Material (Seidenpapier, Polyesterwatte, unbehandeltes Holz, Ethafoam, Polyurethanschaum, Baumwollschlauchgewebe), Verdunklungsmöglichkeiten, Distanzhalter
  • Düfte verwenden und regelmäßig erneuern: Patchouli, Lavendel (Durf hält nicht so lange), Zendernholz, Steinklee (Insekten meiden diese Düfte, werden aber bei akutem Befall nicht vertrieben)

Tipps für Privathaushalte:

  • Textilrestauratoren um Rat fragen
  • eher nicht waschen oder reinigen
  • auf Befall untersuchen und wenn, dann Rat einholen
  • Verpackung: in einem Karton z.B. mit Baumwolllaken schützen
  • wenn auf einem Bügel im Schrank aufbewahrt, dann Holzbügel ohne Lackierung, den Bügel mit Polyesterwatte polstern, Kleiderhülle aus Baumwollstoff nähen, nicht zu eng hängen
  • Ausstellung: lieber nicht präsentieren, wenn dann licht- und staubgeschützt

Geschichte des Kleidungsstückes erhalten:

  • Eingangsbuch, Inventarkarte, Foto
  • Inventar-Nummer am Objekt anbringen

Schäden entstehen durch:

  • Insekten: Käfer, Silberfische, Motten und deren Entwicklungsstadien
  • Schimmel: zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu dichte Lagerung
  • Schmutz: Schmutz zieht wiederum Insekten an
  • Licht: Lichtschäden sind irreversibel
  • falsche Lagerung

Schädlinge finden durch:

  • doppelseitige Klebestreifen an zugigen bzw. hellen Stellen (Türen, Fenster)
  • regelmäßige Kontrolle

Vorschläge für Kartongrößen (an die Regalgröße, Treppenhaus- und Türbreite denken, Kartons sollten waagrecht transportiert werden können):
130 cm x 60 cm x 15 cm             einteilige Kleider, Rock mit angenähtem Leibchen
110 cm x 60 cm x 20 cm             lange Röcke, große Tücher
90 cm x 60 cm x 10/15 cm          Oberteile, Tücher, Schürzen (vielseitige Größe)
60 cm x 45 cm x 15 cm               Mieder, Hauben
40 cm x 30 cm x 20 cm               Kopfbedeckungen
30 cm x 20 cm x 10 cm               Schmuck

Literaturauswahl:

Biebl, Stephan: Biologische Schädlingsbekämpfung. Deutsches Museum: Nützlinge gegen Kleidermotten. www.schaedlings.net, DpS 3 2009 (2 Seiten), download 13.06.13
Eberle/Hermeling/Hornberger/Kupke/Menzer u.a.: Fachwissen Bekleidung. Haan-Gruiten, 9. Auflage 2007 (ISBN-13: 978-3808562062).
Helm, Winfried/ Segl, Maria-Luise: Pragmatischer Leitfaden zur Inventarisierung von Tex­tilien in den Freilichtmuseen Finsterau und Massing. Landshut 1994
(ISBN 3-9803407-4-0, zurzeit nicht verfügbar).
Kneppel, Beate: Schädlingsbekämpfung an textilem Kulturgut unter Einsatz hoher und tiefer Temperaturen. München 1995 (ISBN 3-9804227-1-2).
Zuska, Jan: Haus und Vorratsschädlinge. Prag 1991 (ISBN 3-7684-2022-1).

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